Kaiserschimmel, Kaiserbunte...

Bis ins 18. Jahrhundert hinein waren die Lipizzaner alles andere als Kaiserschimmel. Wohl kaiserlich, aber eher doch eine Herde voller "Kaiserbunter". Ja, in der Epoche des Barock zeigten sich die Lipizzaner der Mode entsprechend in auffälligen Jacken: Je bunter und außer-gewöhnlicher, desto besser. So traf man die Lipizzaner in jeder erdenklichen Farbe vor, vom schlichten Braunen über den Rappen, Falben, Palomino bis hin zu Schecken und Perlinos oder Cremellos. Auch Füchse gab es ab und an, quasi als verstecktes Überbleibsel durch seine im Erscheinungsbild zurückhaltende Erbkraft, doch waren sie zu dieser Zeit nicht sonderlich beliebt.
Ende des 18. / Anfang des 19. Jahrhundert wurden in der Lipizzanerzucht besonders arabische Pferde eingesetzt, die die Schimmelung verstärkt bei den Lipizzanern verankerten und andere Farben im kaiserlichen Gestüt dadurch verdrängten. Was auch dem neuen Zeitempfinden nachkam: Der Herrscher und zunehmend auch der Adel wollten auf einem strahlend weißen Pferd gesehen werden, welches aus der Menge hervorstach: Der Kaiserschimmel etablierte sich.

Schließlich wurden die "Bunten" -und von denen nicht mehr die gerade auffälligsten Tiere- nur noch in Gestüten aktiv eingesetzt, die ihr Land mit Pferden für die bäuerliche Erzeugung belieferten. Dies ist bis heute so geblieben.


Zuchtziel

Mein Vorhaben, die Kaiserbunten neben den Kaiserschimmeln im alten Glanz wieder auferstehen zu lassen, ganz in der Tradition der klassischen Linien, völlig dem alten Typ des Prunk- und Paradepferdes verschrieben, ist kein leichtes Unterfangen, doch spannend und lohnenswert, auch im Sinne des Erhalts der genetischen Vielfalt der bedrohten Nutztierrasse des Lipizzaners.

Eckpfeiler meiner Zucht sind
  • der alte, klassisch-barocke Typ des Lipizzaners mit Charakter, Charme, Schönheit und Adel,

  • der Erhalt der klassischen, teilweise sehr raren Stutenfamilien oder Seitenlinien und

  • der wohlüberlegte Einsatz von "Kaiserbunten" neben den Kaiserschimmeln in der Anpaarung.